Geschichtchen mit Geschichte
Aus dem Dahner Stadtführer von Dr. Eckhard Braun
Die heutige Stadt Dahn liegt im sagenumwobenen Wasgau, dessen Walthari-Lied die Erinnerung an die Zeit der spätantiken Völkerwanderung bewahrt. Schon in keltischer und römischer Zeit kein Zentrum von Landwirtschaft und Besiedelung, blieb die Waldlandschaft vorerst nur sehr gering bevölkert. Daran änderte sich auch nichts wesentliches, als Pirminius sein Kloster in Hornbach gründete und neunzig Jahre nach Pirmins Tod der im Jahr 843 geschlossene Vertrag von Verdun den Speyergau, dem fränkischen Ostreich zusprach. Einzelhöfe, von denen aus spärlicher Ackerbau, Viehzucht und eine bescheidene Waldwirtschaft betrieben wurden, bestimmten die Siedlungsform des Landes.
Einzig die Klöster Hornbach, Weißenburg und Klingenmünster bildeten wirtschaftliche aber auch zivilisatorische Schwerpunkte: der Mönch Otfried schuf um 860 in Weißenburg seine Evangelienharmonie, sein Abt Grimald war der Kanzler des ostfränkischen, deutschen Reiches. Abt Grimald ließ als erster Grenzburgen zur Sicherung des Raumes gegen die Ansprüche des lotharischen Reiches im Westen aufführen. Diese Grenzburgen bestanden in Ringwallbefestigungen von Bergkuppen, sie waren Fliehburgen für Mensch und Vieh. Vielleicht kann die noch nicht gründlich genug untersuchte Anlage, die nördlich von Dahn  auf der linken Seite des Wieslautertals  liegt, dieser Epoche zurechnet werden.
Otfried von Weißenburg
Jedenfalls war es so, dass die Zwistigkeiten der Nachfahren Karls des Großen, dann die Einfälle der Normannen und Ungarn indirekt dazu führten, dass unser Raum sich weiterentwickelte: Die Rückzugmöglichkeiten in den Schutz einer Fliehburg gab dem Einzelsiedler Sicherheit. Mit dem Wachsen der Sippe und der üblichen fränkischen Erbteilung, die den Besitz unter allen Söhnen aufteilte, mussten allmählich immer größere, im Vergleich zum umgebenden Waldland freilich unbedeutend bleibende Flächen, ausgerodet und bewirtschaftet werden. Neusiedler kamen hinzu und verstärkten diesen Prozess. Aus einzelnen Hofstellen konnten sich auf diese Weise mit den Jahren kleine Dorfschaften entwickeln. Eine dieser Waldbesiedelungen war Dahn.
Pirminius (links)
(Aus dem Hornbacher Sakramentar)
Die Entwicklung dieser dörflichen Siedlung auf dem linken Ufer der Lauter, beherrscht vom Felsmassiv des Jungfernsprungs, darf für das 10. Jahrhundert angenommen werden. Ein starkes Indiz für diese Annahme bildet das Patronizium der katholischen Dahner Pfarrkirche. Kirchenpatron ist der heilige Laurentius, welcher der Tagesheilige des Sieges war, den Otto I. im Jahr 955 auf dem Lechfeld über die Ungarn erkämpfte. In der Folge wurde St.Laurentius an vielen Stellen Kirchen geweiht. Besonders gefördert wurde die Verehrung des Heiligen bei uns durch die Klöster Weißenburg und Selz. Unbeschadet eines fehlenden Nachweises über Klosterbesitz, der Einfluss dieser geistlichen und geistigen Zentren dürfte groß genug gewesen sein, um nach dem Jahr 955 in der sich ausbildenden Dorfsiedlung Dahn eine dem heiligen Laurentius geweihte Kirche entstehen zu lassen.
Die ersten schriftlichen Erwähnungen des Namens "Dahn" fallen mit der Namensnennung der Ministerialen zusammen, die Land und Leute unmittelbar für das Reich oder für einen größeren Lehensnehmer verwalteten. Zu beachten ist dabei, dass es neben den südpfälzischen Herren von Dahn auch im Elsass und in Württemberg Geschlechter gab, die sich gleich, beziehungsweise ähnlich nannten; nämlich nach dem mittelhochdeutschen "tan", das den Wald bezeichnet, nicht allein den Waldbaum "Tanne". 
siehe auch:
 Dahner Stadtwappen
Schließt man die elsässischen und überrheinischen Familien aus, so tritt im Jahr 1189, in einer Urkunde Kaiser Friedrich I. Barbarossa, mit Heinricus de Tanne erstmals ein Mitglied der hiesigen Niederadelfamilie auf (Würdtwein, subsidia diplomatica nova XII.,119 Nro.XXXVIII). Im Jahr 1198 erscheinen mit Ulrich, Friedrich und Konrad neben Heinrich noch drei weitere männliche Angehörige des Geschlechts. Der Personen-, Burg-, und Ortsnamen tritt in verschiedenen Variationen auf: "Danne", "Tan",, "Than", "Dan", "Dhan". Erst im 18. Jahrhundert setzt sich die heutige Schreibweise "Dahn" durch.
m Jahr 1236 erscheint ein Friedrich von Dahn als bischöflich-speyerischer Lehensmann. Zu dieser Zeit ist ein Konrad von Tanne Bischof von Speyer. Johann Georg Lehmann weist diesen Bischof zwar ausdrücklich dem württembergischen Geschlecht gleichen Namens zu,redet aber auch von einer möglichen verwandtschaftlichen Beziehung, was ja keineswegs auszuschließen ist. Fest steht jedenfalls, dass von dieser Zeit an Burg und Ort Dahn, die ganze sich entwickelnde Herrschaft mit weiteren drei Burgen und den Nachbaraorten Hauenstein, Erfweiler, Schindhard, Bruchweiler, Fischbach und einem Teil von (Hinter-)Weidenthal, zum Besitz des Speyerer Hochstifts gehören. In drei Vierteln des Herrschaftsgebietes blieb dies so bis zu den Wirren und Veränderungen der Französischen Revolution.

Die genaue Aufarbeitung der urkundlich fassbaren Dahner Geschichte, der volkskundlich interessanten Aspekte des mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Dorflebens sowie der Weg von einer mittelalterlichen Lehenherrschaft zu einem neuzeitlichen Verwaltungsbezirk muss einer umfänglichen Chronik vorbehalten bleiben. Seit 1997 liegt Karl Kissels Werk "Dahn - eine Chronik" vor. Über die Familien und Besitzverhältnisse der vielverzweigten Niederadelsfamilien, die auf den insgesamt vier Dahner Burgen saß, gibt Johann Georg Lehmann in seiner "Urkundlichen Geschichte der Burgen und Bergschlösser" Auskunft. Aus der Fülle der Daten und Namen, welche die vom Hochmittelalter bis zur Neuzeit allmählich besser werdende Aktenlage mitteilt, können in diesem Abriss nur einige Punkte aufgegriffen werden:

Unter dem eben schon genannten Bischof Konrad von Speyer wurde die Kirche des Ortes zur Wehrkirche mit Chorturm, Umfassungsmauer und Graben ausgestaltet. Dahn entwickelte sich zum typischen Runddorf mit der Kirche als Mittelpunkt. Ihr vorgelagert war der Markt- und Versammlungsplatz. Die Hofstellen der Ansiedler wurden ebenfalls von Wall und Graben geschützt.
Auf den Felsengraten südöstlich des Dorfes entwickelte sich mit dem Wachsen der Dahner Niederadelsfamilien im 12. und 13 Jahrhundert ein zusammenhängender Komplex aus schließlich drei Burgen, in der Baumanier der felsgesessenen, hochmittelalterlichen Adelsburg. Die drei Bereiche dieses Komplexes tragen die Namen Tan(n)stein, Grafendahn und Altdahn. 
siehe: Burgen 
Die Bistumsmatrikel des Speyrer Bischofs Ramung führen in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts für die Pfarrei Dahn einen Pfarrer, einen Frühmessner und die drei Kaplaneien St. Nikolaus, bereits im Hochmittelalter gestiftet, St. Antonius und St. Katharina  auf. Dies belegt die kontinuierliche Entwicklung des Dorfes trotz der Pestepidemien, trotz der kriegerischen Verwicklungen, in die seine Herren immer wieder einmal verwickelt waren. Das Aussätzigenhaus in der Straße unterhalb des Jungfernsprungs, das sogenannte Gutleuthaus, legt auf seine Weise ebenfalls Zeugnis von verhältnismäßiger Wohlhabenheit ab. Der verstorbene Dahner Heimatforscher Franz Klotz nimmt an, dass diese Einrichtung vermutlich schon im Hochmittelalter gestiftet wurde. Nur Dahn als Hauptort besaß einen von der Herrschaft eingesetzten Bürgermeister. In seinem Amtssitz tagte zweimal im Monat auch das Gericht mit seinem eigenen Gerichtsschultheißen und den sieben Schöffen. Galgenfels und Rabenfels dokumentieren die Justizvollmacht der Dahner Herren.

Mindestens 60 Höfe und Häuser nahmen den Raum des frühesten Ortsbereiches um die Kirche ein. Das Dorf wuchs jedoch bald über diesen umwehrten Bereich hinaus. Neue Hofstellen wurden gegründet. Auf einer aus dem Jahr 1576 stammenden Landkarte des Straßburger Festungsbaumeisters Daniel Secklin ist der heutige Stadtteil Hasenberg, rechts der Wieslauter gelegen, als eigene Ortschaft eingezeichnet. Eine feste Brücke, auf der das Haus des herrschaftlichen Fischers stand, verband beide Siedlungsteile. Mit der Äußermühle außerhalb des Dorfes und der inneren oder äußeren Schlossmühle in der Mühlgasse besaß Dahn selbst zwei Mahlstellen. Für das Spätmittelalter darf man einschließlich der um Dahn herum gelegenen Höfe und Mühlen von einer Gesamtbevölkerung von etwa 500 Menschen ausgehen.

Schon 1473 wird eine Zunft der Sichel- und Hammerschmiede erwähnt, deren Genossen am Laurenzitag Zusammenkunft hielten. Holzfäller, Maurer, Zimmerleute und Steinmetze, aber auch Wirte, Bäcker, Schuster und Schneider, Hirten und Jäger werden nicht gefehlt haben, um den Bedürfnissen der Herren wie der bäuerlichen Bevölkerung zu genügen. Märkte hatten wichtige wirtschaftliche, aber auch kommunikative Funktion. Für das Jahr 1590 lässt sich belegen, dass die Geschäfte eines in Dahn ansässigen jüdischen Handelsmannes immerhin so bedeutend waren, dass sie einen Besuch der Johannesmesse zu Straßburg erforderten.
Der alte Kirchgraben, der vom Marktplatz bis zur Wieslauter führte, dokumentierte die mit dem Verlust eines Herrschaftsviertels eingetretene Situation: alles, was links lag, so auch Pfarrhaus und Rathaus, gehörte zum Grafendahner Viertel und dessen jeweiligen Inhabern, der rechte Teil des Dorfes mit der Kirche war im Besitz des Dahner Geschlechtes. Diesen Dorfteil verteilten die Herren von Dahn im Zuge der genealogischen Entwicklung ihrer Sippe in den Jahren 1512, 1544 und 1571 ihrerseits untereinander. Im Jahr 1597 kamen die verbliebenen drei Viertel der Herrschaft in die Hand des letzten Herren von Dahn, des Junkers Ludwig. Mit dessen Tod im Jahr 1603 auf dem Dahner Allodialbesitz Burrweiler fiel das Lehen an Speyer zurück. Der Fürstbischof setzte einen Amtmann ein, der das nunmehrige Amt Dahn von der Burg Neudahn aus verwaltete.
Gemeinsam mit der Altdahner Linie hatte Christoph der Jüngere von Neudahn um die Mitte des 16. Jahrhunderts den evangelischen Gottesdienst eingeführt, teilt Lehmann mit. Dies wurde 1568/69, einer anekdotenhaften Überlieferung nach, durch ein "Ausspielen" des Besetzungsrechtes der Pfarrei von allen damaligen Leheninhabern bestätigt. Nach dem 1603 erfolgten Heimfall des nunmehr erledigten Lehens, das im Besitz der ausgestorbenen Herren von Dahn gewesen war, wurde vom Hochstift Speyer aus nun unverzüglich rekatholisiert; so wie es der Grundsatz des Augsburger Religionsfriedens erlaubte: "cuius regio, eius regio" - wer das Land hat, bestimmt den Glauben der Untertanen. Das dieser für uns Heutige so wiedersinnig klingende Grundsatz das Reich für ein halbes Jahrhundert vor einem Glaubenskrieg bewahren half, steht fest. Das Konglomerat aus politischen und religiösen Spannungen entlud sich dessen ungeachtet trotzdem in der Katastrophe des 1618 beginnenden Dreißigjährigen Krieges. In der Endphase des böhmisch-pfälzischen Krieges litten die Dahner unter den protestantischen Mansfeldern, die auch Neudahn nahmen. Ein Schreiben des Fürstbischofs von Söltern an den Herzog Maximilian von Bayern beklagt Gewalttaten, Mord und Verwüstung. Zweiundzwanzig Jahre später, nach mannigfachen Durchzügen, Plünderungen und Seuchen, melden die Einwohner Dahns ihrem Lehenherren, sie seien noch einundzwanzig Mann, sie hätten keine Pferde mehr, nur noch zwei Ochsen und Kühe und würden dennoch weiterhin von Lothringern und anderen Feinden "angefochten".
Als sich die Schreckenszeit mit dem Frieden von Münster und Osnabrück schließlich verlaufen hatte, war die Bilanz in Dahn ebenso im Wortsinn verheerend, wie sie sich auch in den anderen Gegenden Deutschlands darstellte, die von den dreißig Jahren Krieg in Mitleidenschaft gezogen worden waren: Die Kirche war schwer beschädigt, das Pfarrhaus nicht bewohnbar. Gottesdienst wurde in unregelmäßigen Abständen von einem Weißenburger Kanonikus gehalten. Das Dorf selbst war ausgeplündert, abgebrannt, verfallen. Für das Jahr 1651, drei Jahre nach Kriegsende, schätzt Franz Klotz eine Gesamtbevölkerung von etwa 60 Personen - wenig mehr als zehn Prozent der Zahl, die vor dem Krieg angenommen werden darf. Das Leben musste indessen weitergehen. Schon 1655 besaß Dahn wieder einen Schulmeister, 1656 wurde die Kirche neu geweiht, und um 1660 pflanzte man die ersten Kartoffeln. Dass der Fürstbischof bereits im Jahr 1646 einen Schutzvertrag mit Frankreich ausgehandelt hatte, verschonte das Amt Dahn allerdings so wenig wie die gesamte Pfalz vor den kriegerischen Auseinandersetzungen und Verwüstungen, die der Expansionsdrang des "Sonnenkönigs" Ludwig XIV. und seine Reunionen auslösten. Sporadische Plünderungen des mühsam wieder Erarbeiteten prägen das weitere 17. Jahrhundert.  Seit 1680 stand auch das fürstbischöflich-speyerische Amt Dahn durch Reunionsbescheid unter französischer Oberherrschaft. Der Pfälzische Erbfolgekrieg, und der nachfolgende um die spanische Erbschaft, bescherte Dahn eine weitere Folge von Not und Bedrückung. Die Einwohnerzahl betrug nicht mehr als 200 Personen, darunter ein Krämer, zwei Wirte, drei Weber, zwei Bäcker, zwei Schneider, drei Müller, zwei Steinhauer, zwei Schmiede, ein Schreiner und zwei Hirten.
- Pfarrkirche St. Laurentius -
Als der Spanische Erbfolgekrieg im Jahr 1714 endete, begannen auch für Dahn endlich wieder lange Jahrzehnte des Friedens. Es spricht für die Lebenskraft unserer Vorfahren, dass schon seit 1710 der Aufbau des Ortes sichtbare Fortschritte machte. Von den Gebäuden aus der Zeit vor dem Dreißigjährigen Krieg hat sich die 1567 anstelle des Vorgängerbaus errichtete innere Mühle in der Mühlgasse in Teilen ihrer Bausubstanz erhalten. Um Kirche und Markt entstanden nun ansehnliche Häuser der Ackerbürger. Seit 1728 war Dahn Sitz eines Landkapitels, die Pfarrkirche wurde vergrößert, erhielt neue Altäre, Bildwerke und zwei zusätzliche Glocken. Das Pfarrhaus wurde neu aufgeführt, der alte Befestigungsgraben wurde zur Straße, neue Gassen, bischöfliche Verwaltungsgebäude und ein erst 1902 abgerissenes Zehnthaus entstanden. Die Aufbruchstimmung des frühen 18. Jahrhunderts zeigt sich auch in der 1723 erfolgten ersten Vermessung des privaten und kirchlichen Grundbesitzes sowie in der Anlage eines Grundkatasters für den bischöflichen Teil. Das alte Grafendahner Viertel der Herrschaft, mittlerweile waldenburgisch geworden, wurde dabei nicht erfasst.
Die sieben Gemeinden des Amtes Dahn zahlten im 18. Jahrhundert neben der Grundsteuer an Schatzungen zusammen 223 Gulden im Jahr, nämlich 200 an den Fürstbischof von Speyer, den Rest an die Freiherren von Waldenburg. Dahn allein erbrachte an Schatzungen über 59 Gulden. Insgesamt kann die Steuerlast im Vergleich zu umliegenden Herrschaften als noch erträglich bezeichnet werden, was einerseits natürlich auf die vergleichsweise Dürftigkeit der landwirtschaftlichen Verhältnisse in der Waldgegend zurückzuführen ist: mehr war aus Land und Leuten einfach nicht herauszuholen. Auf der anderen Seite trug die relative Zurückhaltung der fürstbischöflichen und waldenburgischen Besteuerung aber zweifellos dazu bei, dass sich der bescheidenen Wohlstand heben konnte.
Das Leben in Dahn des mittleren 18. Jahrhunderts war für die knapp 600 Einwohner zwar keine Idylle, aber ungleich besser, als es das leben hundert Jahre davor gewesen war. Das größte Problem, mit dem sich der Ort als ganzes damals herumschlagen musste, waren die Aktivitäten des hochstiftlichen-speyerischen Oberförsters Hanitz in Hinterweidenthal. Dieser Forstmann betätigte sich nämlich in großem Umfang als Urkundenfälscher. Ausgehend von einem Streit mit der fürstbischöflichen Regierung über Rechte und Gerechtsame, vor allem der Waldrechte, richtete er im Hinblick auf die Besitz- und Nutzungsverhältnisse heillose Verwirrung an; natürlich zugunsten seines wenn schon nicht Auftrag-, so doch Arbeitgebers. Nicht nur Dahn, auch andere Orte waren von den Hanitz'schen Aktivitäten betroffen. Langjähriges Prozessieren hub an.
In den Jahren 1786/1787 wurde in Dahn die Pfarrkirche neu erbaut. Am 14. Juli 1789 begann mit dem Sturm auf die Bastille in Paris die Französische Revolution. Unzufriedenheit mit manchen heimischen Verhältnissen sorgte dafür, dass die Aufstandsbewegung sehr rasch auch in die südpfälzischen, schon seit dem vorigen Jahrhundert ohnehin von Frankreich kontrollierten Territorien der deutschen Fürsten herüberschwappte. Während vor allem die waldenburgischen Untertanen des Amtes Dahn ihre herrschaftlichen Beamten vertrieben, sich vergeblich auch als Brandstifter an der bischöflichen Amtskellerei versuchten, ergriffen andere Dahner im wahrsten Wortsinn die günstige Gelegenheit: Sie nahmen Hanitz fest und schafften ihn vor das Gericht in Weißenburg. Dass die Chancen des Hochstiftes auf Anerkennung der Hanitz'schen Fälschungen zu seinen Gunsten bei dem nunmehrigen Prozess nicht sonderlich gut waren, versteht sich.
Freiheitsbaum, Nationalgarde und ein Friedensgericht waren auch in Dahn die äußeren Zeichen des Umschwungs der Verhältnisse, welcher im südwestdeutschen Gebiet links des Rheines die Herrschaft der Territorialherren de facto bereits beendet hatte. Noch hielten die großen deutschen Mächte still, wartete die Entwicklung in Paris und Frankreich ab. Im Herbst 1791 gewannen die Dahner vor dem Weißenburger Tribunal ihren Prozess. Dem Hochstift, dessen Einfluss ja bereits ausgeschaltet war, wurden die strittigen Waldungen entzogen und die Gerichtskosten aufgebürdet. Durch die nachfolgenden Urteilsbestätigungen und Vermessungen des 19. Jahrhunderts kam die Gemeinde Dahn schließlich zu ihrem im wesentlichen heute noch bestehenden Waldbesitz.
Vorerst begann für den Ort und seine Bewohner jedoch eine erneute lange Kriegs- und Leidenszeit: Nachdem Frankreich, dessen innenpolitische Verhältnisse sich immer mehr radikalisierten, im April 1792 dem Deutschen Reich, in Sonderheit Österreich und Preußen, den Krieg erklärt hatte, wurde die Südpfalz wieder einmal Aufmarsch- und Kampfgebiet. Rücksichtslose Kontributionen und Plünderungen begleiteten das wechselnde Kampfgeschehen. Die Dahner Kirche, deren Pfarrer und Kaplan 1792 geflohen waren , wurde Militärspital. Nachdem vom Herbst 1794 an das ganze Linksrheinische wieder in die Hände der Revolutionsarmeen gekommen war, schied zuerst Preußen durch den 1795 geschlossenen Sonderfrieden von Basel aus der antirevolutionären Koalition aus, um im Osten, in Polen, freie Hand zu bekommen. Seine sowieso schon besetzten linksrheinischen Gebiete am Niederrhein sprach es unter der Forderung nach späterer Entschädigung im rechtsrheinischen Gebiet in geheimer Vereinbarung Frankreich zu. Als der erfolgreiche Italienfeldzug des General Bonaparte Österreich 1797 zum Frieden von Campo Formio gezwungen hatte, verzichtete Habsburg in geheimer Vereinbarung unter anderem ebenfalls auf seine bisherigen linksrheinischen Besitzungen: von der schweizerischen Grenze bis zu Mündung der Nette bei Andernach sollten sie an Frankreich fallen, die kaiserlichen Truppen hatten dieses Gebiet zu räumen. Nach weiteren französischen Siegen im Krieg gegen die zweite Koalitionsfront machte der Friede von Lunéville im Jahr 1801 öffentlich, was Preußen und Österreich für sich in Geheimklauseln längst bestätigt hatten und was zwar nicht de iure, aber den tatsächlichen Machtverhältnissen nach, seit 1794 für alle Gebiete des in den letzten Zügen liegenden Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation links des Rheines galt: sie gehörten nun zum französischen Staatsverband.
Das Amt Dahn fiel dem in der Revolution als neue Verwaltungseinheit gebildeten Department du Bas-Rhin mit seinem Hauptort Straßburg zu. Dem Arrondissement Weißenburg unterstellt, wurde Dahn selbst in Weiterführung seiner Stellung in der überwundenen Feudalzeit zum Kantonshauptort gemacht. Land und Leute teilten jetzt das Schicksal Frankreichs, das sich von der Republik zum Kaiserreich Napoleons wandelte, welches den ganzen europäischen Kontinent beherrschte. Mit dem Jahr 1812 begann in Russlands Weiten dann ein Abstieg, der ebenso blutig wie der vorhergegangene Aufstieg war. Daneben darf jedoch nicht verschwiegen werden, dass Revolution und Kaiserreich auch Code Civil und Code Napoleon hervorbrachten; Gesetzeswerke, die erstmals Rechtssicherheit im heutigen Sinn schufen.
Die Rücknahme vieler revolutionärer Maßnahmen durch Napoleon Bonaparte machte es auch möglich, im Jahr 1803 die seit 1792 verwaitse Dahner Pfarrei wieder zu besetzen. Im ganzen Kanton Dahn wurden zu dieser Zeit über 4300 Katholiken gezählt, davon 706 in Dahn selbst. Die Zahl der Andersgläubigen ist nicht bekannt. In Dahn wohnten damals neun Familien jüdischen Glaubens.
Mit dem Ersten Pariser Frieden von 1814 unterstand der österreichisch-bayrischen Administrationsverwaltung in Kreuznach die heutige Pfalz nur bis zur Queich. Eine Ausnahme bildete überdies die Festung Landau. Der Zweite Friede von Paris, geschlossen nach dem bei Waterloo endenden Zwischenspiel der "Hundert Tage" währenden, zweiten Herrschaft Napoleons, legte die Grenze zum Elsass dann schon im wesentlichen auf die heute glücklicherweise immer mehr symbolische Linie.
Seit dem 1. Mai 1816 gehörte die Pfalz und damit auch Dahn, das Kantonshauptort blieb, zum Königreich Bayern. Wurde der Kanton oder Bezirk als regionale Verwaltungseinheit ab 1928 dem Bezirk Pirmasens zugeschlagen, so wurde das Dahner Amtsgericht, der Nachfolger des alten Herrschaftsgerichtes, des französischen Friedensgerichtes und des Landgerichtes der bayrischen Anfangszeit, erst mit dem Jahr 1967 aufgehoben. Das 1817 eingerichtete königliche Rentamt überlebte als Finanzamt noch ein Jahr länger, ehe die Verwaltungsreform auch seine Türen schloss. Der Kantonsarzt war unter anderem für die seit 1816 auch in der Pfalz verbindlichen bayrischen Schutzimpfungen gegen Pocken zuständig. Der Aufsicht über die Landschulen, deren vorher nur von lokalem Willen, Personal und Finanzmittel bestimmte Existenz mit dem Greifen der französischen und bayrischen Verwaltung institutionalisiert worden war, lag beim Dahner Ortspfarrer und gleichzeitigem Kantonspfarrer. Im Jahr 1828 öffnete in Dahn die erste Apotheke. Auch die Einnehmerei, das aus französischer Zeit stammende Institut zum Einzug kommunaler Abgaben, hatte seinen Sitz in Dahn. Forstamt und Gendarmeriestation haben sich, in zeitgemäß angepasster Form, bis heute erhalten.
    Im Jahr 1830 lebten 294 Familien in Dahn, von denen 197 ihr Auskommen als Bauern und Tagelöhner suchten. 79 Familienoberhäupter trieben ein Gewerbe, 18 waren Beamte. Die Zahl von 215 Hausbesitzern  belegt, wie entschlossen die Bevölkerung die endlich wieder dauerhaften Friedensjahre nutzten. Das Hambacher Fest von 1832 zeigte jedoch, dass unter der Oberfläche des Deutschen Bundes und in seinen Gliedstaaten manches noch oder schon wieder gärte.
Die alten Dahner Marktrechte wurden erweitert, und die neben den Jahr- und Fruchtmärkten schließlich fünf jährlichen Dahner Viehmärkte des 19. Jahrhunderts brachten Handel und Wandel in den Ort. Der Martini-Markt führt diese Traditionen bis heute weiter. Die revolutionären Unruhen der Jahre 1848/49, von vielerlei Ursachen entfacht und ausgelöst, führten auch in Dahn zur Gründung einer Bürgerwehrkompanie. Mit dem schnellen Vormarsch der Preußen, die 1849 in der bayrischen Pfalz die Aufstandsversuche niederschlugen, im Queichtal bei Rinnthal eine Sperre der sich nach Baden zurückziehenden Freischärler durchbrachen, fiel auch Dahn wieder in die dumpfe Ruhe zurück, die für das damalige politische Klima bezeichnend war.
Wirtschaftlich ging es dagegen weiter aufwärts. Im Jahr 1861 wurde eine landwirtschaftliche Fortbildungsschule eingerichtet, deren Ziele, die Hebung des allgemeinen und fachlichen Wissens, in der heutigen Zeit von Berufsschulen und Volkshochschulen weitergeführt werden. Auch der Umstand, dass sich Dahn im Jahr 1862 eine öffentliche Straßenbeleuchtung mit Petroleumlampen leisten konnte, ist nicht das unwichtigste Indiz für einen langsam, aber sicher wachsenden Lebensstandard. Neben der katholischen Pfarrei Dahn wurde im Jahr 1864 für die bislang nach Hinterweidenthal eingepfarrten evangelischen Einwohner eine eigene Pfarrei errichtet. Zwanzig Jahre später war auch sie im Besitz eines stattlichen Gotteshauses.
Der deutsche Krieg von 1866 und auch der deutsch-französische Krieg von 1870/71 zogen Dahn nicht unmittelbar in Mitleidenschaft. Die siegreichen Grenzschlachten von Weißenburg und Wörth trugen die für den Betroffenen überall gleich schreckliche Kriegsnot diesmal gleich über die Grenzen des Elsass und Frankreichs. Die 1871 gepflanzte Siegeslinde, von späteren Generationen aus nur allzu guten Gründen heraus als Friedenslinde bezeichnet, fiel 1967 einem Sturm zum Opfer. Ihr Nachfolgerbaum wurzelt an gleicher Stelle.
Die Jahre der Gründung des Deutschen Reiches von 1871 sahen eine weitere Aufwärtsentwicklung in Handel und Gewerbe. Die Region mit ihren Kleinbauern und Waldarbeitern war wirtschaftlich zum Glück aber zu unattraktiv, als dass die sogenannten "Gründerjahre" hier die Seifenblasen ebenso unkontrollierbarer wie unsolider Spekulationsgeschäfte hätten aufquellen lassen. Der von Pirmasens ausgehende Boom der Schuhindustrie war dagegen keine Spekulation, sondern bis in die Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg ein solider, wenn auch mit allen Mängeln und Risiken der industriellen Monostruktur behafteter Erwerbszweig. In Dahn schlug sich die nationale und internationale Nachfrage nach industriell gefertigtem Schuhwerk im Jahr 1898 mit der Errichtung einer ersten Schuhfabrik nieder.
- zu den Brunnen der Stadt -
Schuhfabriken brauchten, im Unterschied zum nun aussterbenden Handwerk des Holzschuhmachers, Dampfmaschinen zum Antrieb der Transmissionen und Generatoren, die ihrerseits die Fertigungsmaschinen mit Kraft versorgten. Als die damals modernste Technik erst einmal gewerblichen Zwecken diente, lag es nahe, sie auch anderweitig zu verwenden: Im Jahr 1900 brannte in Dahn die erste elektrische Straßenbeleuchtung, in der Folgezeit wurde die heute so selbstverständliche Stromversorgung der Haushalte angegangen. Seit 1906 war die häusliche Wasserversorgung nicht mehr von den allmählich verschwindenden Haus- und Dorfbrunnen abhängig.
- Dahner Stadtrechte -