- „Auch wenn Dahn nach dem Krieg keinen Ehrenbürger
mehr ernannt hat, so verfügt die Stadt doch über zwei herausragende Persönlichkeiten,
denen man in Anerkennung ihrer Leistungen die Ehrenbürgerrechte verlieh“,
sagt der Dahner Chronist Karl Kissel.
- Der eine war der Rentamtmann Ludwig Foohs, der die
Eisenbahn nach Dahn brachte, der andere der Schulleiter Eugen Antoni.
- Foohs wurde 1883 Leiter des Dahner Rentamts und war, obwohl
anfänglich nicht im Vorstand, Kopf und Seele des Eisenbahnkomitees. Gleich
nach dessen Gründung hatte Foohs Verbindung mit der Direktion der Pfalzbahn
AG aufgenommen und erfahren, dass man dort die Streckenführung
Bergzabern-Kaltenbach bevorzugte. „In einer Besprechung vom Oktober 1895
machte der Direktor der Pfalzbahn-AG den Dahnern klar, dass er die elsässische
Stadt Weißenburg dem bayrischen Bergzabern nicht vorziehen könne. Da aber
das Projekt Bergzabern aus Kostengründen vorerst nicht zu verwirklichen
war, blieb den Dahnern nur die Möglichkeit, sich an das Pirmasenser Projekt
anzuhängen oder – wenn alle Stricke reißen sollten – die Kröte einer
kostspieligen Lokalbahn zu schlucken“, sagt Kissel.
- Als sich um die Jahrhundertwende abzeichnete, dass nur die
für den Staat billigere Lokalbahn eine Chance haben würde, beschloss Foohs,
alles Mögliche daranzusetzen, um diese Bahn nach Dahn zu holen. „Dies war
keine leichte Aufgabe, denn die Bevölkerung war keinesfalls geschlossen für
den Bahnbau. In zahlreichen Versammlungen machte Foohs den Leuten klar, wie
wichtig das neue Verkehrsmittel für alle Volksschichten und Berufsgruppen
sei“, so der Chronist.
- Foohs hatte zwei starke Verbündete: den Dahner Pfarrer
Platz, selbst Mitglied des Eisenbahn Komitees, und den Niederschlettenbacher
Pfarrer Redelberger, der in den Dörfern des unteren Wieslautertals die
Werbetrommel rührte.
- Am 26. November 1899 wurde Foohs zum 2. Vorsitzenden des
Komitees gewählt und verfasste umgehend eine Eingabe an die zuständigen
Ministerien in München. „Aus jeder Zeile dieses vier Seiten langen
gedruckten Papiers, in dem alle nur denkbaren positiven Argumente angeführt
sind, spricht die Sorge um die wirtschaftliche Zukunft des Dahner Tals“,
so Kissel. „Ludwig Foohs, der in der Bevölkerung höchstes Ansehen
genoss, hat bei seinem Wirken im Eisenbahn-Komitee seine ganze Persönlichkeit
und seinen Einfluss als Staatsdiener für die Menschen des Dahner Tals in
die Waagschale geworfen“, erklärt er. Für seine Verdienste um die
Erbauung der Bahn verliehen ihm die Dahner am 1. Dezember 1912, dem ersten
Jahrestag der Wieslauterbahn, die Ehrenbürgerrechte.
- Der zweite Dahner Ehrenbürger ist der 1864 geborene Lehrer
Eugen Antoni, der sich für eine moderne Art der Pädagogik wie sie auch
Pestalozzi vertreten hatte, stark machte. Antoni war Wegbereiter und Gründungsmitglied
des am 17. September 1890 in Kaltenbach ins Leben gerufenen „Katholischen
Lehrervereins der Pfalz. Acht Jahre war er Schriftführer und
verantwortlicher Schriftleiter des Vereinsorgans „Katholisches
Schulblatt“. Er, der 1892 von Ingenheim nach Dahn gekommen war, führte in
der kleinen Wasgaugemeinde die ersten Kurzschriftlehrgänge durch.
- Für seine pädagogischen Verdienste verlieh Dahn dem
Lehrer, der 1929 in den Ruhestand trat, die Ehrenbürgerrechte. Antoni
verstarb 1936.
- Der beliebte Pädagoge, der durch die Gründung des
Vereins, in der ganzen Pfalz großes Ansehen genoss, war auch der Lehrer und
Firmpate des kleinen Karl Naab, aus dem später der wohl bedeutendste Sohn
der Stadt werden sollte. Als Pater Ingbert Naab führte der Schüler Antonis
einen unvergessenen Kreuzzug gegen das menschenverachtende Regime des Adolf
Hitler. (Text: Lilo Hagen)
|