- Gebaut wurde das Gebäude, das als Forstamt
Dahn bekannt ist und das seit 1. Januar 2004 das Forstamt Wasgau beherbergt,
von den Freiherren von Waldenburg kurz vor 1779 als Verwaltungssitz. Für
die Steuern, die es von den Dahnern einzutreiben galt, baute man auch eine
Zehntscheuer.
- 1793 enteigneten die Franzosen, deren
Revolutionsgarden die linksrheinischen Gebiete besetzt hatten, Adel und
Klerus, die Freiherren verloren ihren Besitz, der zu Gunsten der Staatskasse
versteigert wurde. Darunter auch das Haus, das in Privateigentum überging.
- 1847 bot die Witwe des Gastwirts Johannes
Schreiber dem königlichen Forstamt Dahn das Haus zum Kauf an. Zu dieser
Zeit gab es in Dahn kein eigenes Forstamtsgebäude, der jeweilige
Forstamtsmeister musste ein Zimmer seiner Wohnung als Büro zur Verfügung
stellen.
- Nach langen Verhandlungen wurde das Haus 1850 gekauft und diente von nun an als
Forstamtsbüro und Dienstwohnung des Forstmeisters.
- Bis zur Bildung des heutigen Forstamtes Wasgau
war es ein langer Weg. Zu einer ersten Organisation des Forstwesens in der
Pfalz kam es unter dem Fürstbischof Schönborn, der von 1719 bis 1743 auf
dem Speyrer Bischofsstuhl saß. Unter ihm wurde der Hof- und Rentkammer ein
Oberjägerei- und Forstamt angegliedert, wobei der Schwerpunkt zu dieser
Zeit noch auf der Jagd lag.
- Fürstbischof Limburg-Styrum (1770-1797)
verselbstständigte das immer wichtiger werdende Forstwesen und unterstellte
es der Hofkammer.
- Während der Revolutionskriege fiel die
linksrheinische Seite an Frankreich, Adel und Klerus wurden enteignete, der
Wald war von da an französisches Nationalgut. Nach den Napoleonischen
Kriegen wurde die linksrheinische
Seite wieder deutsch, 1816 kam
die Pfalz zu Bayern, doch die einstigen Besitzer warteten vergeblich auf die
Rückgabe, der Wald wurde zum ‚königlich bayrischer Waldbesitz’ erklärt.
- Am 1. Januar 1822 bildete die bayrische
Forstverwaltung in der Pfalz 18 Forstämter, darunter auch das Forstamt
Dahn. Es war zuständig für 15.500 Hektar, das Gebiet umfasste auch
Obersteinbach, das 1826 an Frankreich fiel. Das Forstamt hatte zwei
Hauptaufgaben: es sollte eine Übernutzung verhindern und neu aufforsten,
was nach dem durch die Franzosen betriebenen Raubbau dringend notwendig war.
- 1900 wurde die alte Zehntscheuer abgerissen.
Dann geschah 45 Jahre erst mal nichts, zumindest nichts, was das Forstamt
Dahn betraf. Dann wurde durch Granatenbeschuss beim Einmarsch der Amerikaner
das Dach schwer beschädigt.
- 1956 verkaufte der Forst einen Teil des
Gartens als Bauplatz. 1987 verkleinerte sich das Grundstück erneut, als für
den Bau des neuen Polizeigebäudes Platz benötigt
wurde.
- 1988 wurde das Dach komplett erneuert und das
Mauerwerk durch einen Ringanker gesichert, um die Nachteile eines
Konstruktionsfehlers zu beheben. Man machte aus dem Haus ein reines Bürogebäude,
die Dienstwohnung des Forstamtsleiters wurde aufgelöst.
- Viel hat sich seit dem ersten Forstamt, das
1822 gegründet wurde und zu dem die Reviere Schönau, Obersteinbach, Reißlerhof,
Fischbach, Dahn, Erfweiler und Rumbach gehörten, verändert.
- 1853 reduzierte eine Verwaltungsreform die 18
Forstämter auf 12. Das Forstamt Bergzabern mit den Revieren Birkenhördt,
Rechtenbach und Bobenthal kamen zu Dahn.
- 1864 wurde das Forstamt Annweiler aufgelöst,
Dahn erhält die Reviere Annweiler I und II, Horbacher Hof und
Wilgartswiesen. Das Forstamt Dahn, das von den Eckpunkten Reißlerhof, Hofstätten,
Landau und Schweigen begrenzt wird, hat in dieser Zeit seine größte
Ausdehnung. Der Forstamtsbezirk stößt zwischen Schweigen und dem Reißlerhof
an die Grenze zu Frankreich.
- 1885 werden die Forstämter aufgelöst und der
größte Teil der Reviere wird zu Ämtern erhoben. Aus dem Amt Dahn werden
mit Dahn, Kaltenbach, Wilgartswiesen, Annweiler, Bergzabern, Schweigen, Schönau
und Fischbach acht Ämter. In dieser Zeit umfasst das Forstamt das wohl kleinste Gebiet in seiner Geschichte.
- 1920 wird der Forstamtsbezirk wieder ein wenig
größer, seie Zuständigkeit wird um die Gemarkung Bruchweiler erweitert.
- Im Zusammenhang mit dem Mundatwaldabkommen
geht 1939 der Staatswalddistrikt Sorgenberg als Entschädigung für den
Waldbesitz im Elsass an die Katholische Kirche in Dahn.
- 1971 werden in der Pfalz 10 Forstämter aufgelöst.
Das Revier Lindelbrunn kommt zu Dahn, das den Bruchweiler Wald an das
Forstamt Schönau abgibt. Weitere Forstamtsauflösungen erweitern das
Forstamt Dahn 1996 um die Staatswaldreviere Salzwoog, Deckenberg und Wolfsägerhof.
Das Revier Lindelbrunn geht wieder an das Forstamt Bergzabern.
- Seit der großen Forstreform 2004 gibt es kein
Forstamt Dahn mehr, das neu gegründete Forstamt Wasgau, mit Sitz in Dahn,
umfasst die ehemaligen Forstämter Dahn, Schönau und Eppenbrunn.
- Schon kurz nach der Übernahme begann man mit
einem Anbau, der das alte Forstamtsgebäude um 150 Quadratmeter reine Bürofläche
vergrößert. Die zur Straße zeigende steinerne Wand des Schuppens, der dem
Anbau weichen musste, blieb erhalten, dennoch präsentiert sich der neue Bau
in einer ganz modernen (Holz)Bauweise, die sich deutlich von dem
historischen Forsthaus, das unter Denkmalschutz steht, absetzt. Wichtig war es den Leuten vom Forst, dass die verwendeten Hölzer
auch ausdeutschen Wäldern stammen.
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