- Eine Landschaft verändert ihr Gesicht
- So, wie sich
Menschen über Generationen hinweg weiter entwickeln ist auch die Landschaft
einem stetigen Wandel unterzogen. In der ursprünglichen Naturlandschaft war
das Moosbachtal vollständig bewaldet. Doch bereits im Mittelalter legten Mönche
im Auftrag der Burgherren erste Teiche für die Fischzucht, später auch für
den Mühlenbetrieb, an. Teilweise wurden diese Teiche später wieder
abgelassen und die Flächen aufgeforstet. Viele der Dammschüttungen sind
bis heute noch erkennbar und belegen den historischen Nutzungswandel.
- Bis in die
1960er Jahre wurden die Wiesen im Moosbachtal zur Gewinnung von Winterfutter
und Stalleinstreu genutzt. Auf dem sumpfigen Talboden war das Mähen und die
Bergung des Heus mit großen Mühen verbunden, andererseits garantierte die
ausreichende Wasserversorgung auch in trockenen Jahren einen guten Ertrag.
Da die Landwirtschaft zu dieser Zeit von den meisten nur noch als
Nebenerwerb betrieben wurde, gab man die Wiesen wegen ihrer fehlenden
Rentabilität nach und nach auf. Die Talauen fielen brach, die ursprünglich
vorhandenen Entwässerungsgräben wurden nicht mehr benötigt und
verlandeten.
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- Reich an
Quellen
- „Welche Mühen früher mit der Holzgewinnung
verbunden waren, kann man sich heute, im Zeitalter des Vollernters, kaum
noch vorstellen. Die ganze Familie war damals mit der Beschaffung des in
vielerlei Hinsicht wertvollen Rohstoffs beschäftigt“, erzählt Germann. Eine weit verbreitete Art der Holznutzung war
die Köhlerei, die im 18. und 19. Jahrhundert, als das Gienanth’schen
Eisenhüttenwerk in Schönau ein verlässlicher Abnehmer war, im Dahner
Felsenland ihren Höhepunkt hatte. Mit der Umstellung von Holzkohle auf Koks
verloren zuerst die Köhler und kurze Zeit später auch die Schönauer
Eisenhütte ihre Bedeutung.
- Um der Ausbeutung des Waldes entgegenzuwirken,
setzte der Forst in Deutschland bereits vor über 200 Jahren auf eine nachhaltige Nutzung der Wälder. Grundgedanke war
schon damals, nicht mehr Holz zu ernten, als im gleichen Zeitraum
nachwachsen kann. Heute wird Nachhaltigkeit noch umfassender verstanden und
berücksichtigt auch ökonomische, ökologische und soziale Belange.
- Das Moosbachtal ist reich an Quellen, die im
Buntsandstein an der Schichtgrenze zwischen wasserdurchlässigen und -undurchlässigen
Schichten entspringen. Das kalte, klare und saubere Wasser schafft
einzigartige Biotope, denn nur wenige Spezialisten, wie der Grasfrosch und
der Feuersalamander, der auf klares Quellwasser angewiesen ist, haben sich
an die hier herrschenden Lebensbedingungen angepasst. Das Moosbachtal verfügt über sieben Quellen, sechs davon sind
Sturzquellen, ihr Wasser tritt also aus Gesteinsspalten hervor und fließt
sofort als Quellbach ab. Die siebte Quelle, sie liegt im Seibertsbachtal,
ist eine Tümpelquelle. Das Wasser tritt vom Grunde her in eine
Bodenvertiefung ein, füllt diese zu einem Tümpel und läuft dann in den
anschließenden Quellbach ab.
- Da man im Mittelalter auf große Wiesenflächen
angewiesen war, wurde der Moosbach, wie viele andere Bäche auch, schon früh begradigt und an den Rand des Tales verlegt. Zusätzlich
diente die Wasserkraft des Moosbaches dazu, in dem Sägewerk Neudahn Holz zu
schneiden. Mittlerweile gestalten sich
der Moos- und auch der Seibertsbach ihr Bett wieder selbst. Die umliegenden
Flächen vernässen zunehmend, dadurch wird mehr Wasser im Tal zurückgehalten.
Für die unterhalb liegenden Gemeinden des Wieslautertales ist dies ein bedeutsamer Hochwasserschutz.
- Braunwasserteiche
- Für die Braunwasserteiche, der Fachmann
spricht von „Dystrophen Teichen“, war die braune Färbung des Wassers,
die auf den hohen Gehalt an Huminsäuren zurück zuführen ist,
namensgebend. Indessen wird durch diese Teiche für viele, zum Teil seltene
und gefährdete Tier- und Pflanzenarten, ein wertvoller Lebensraum
geschaffen. Für den Pfälzerwald, wo der
kalkfreie Buntsandstein vorherrscht, sind die im Rest Deutschlands sehr
seltenen Teiche typisch. Alleine im Moosbachtal finden sich fünf dieser Gewässer:
der Kranzwoog, der Ederswoog und die Teiche am Breitweg. Diese „Wooge“
sind Überbleibsel der einst im Mittelalter angelegten Fisch- und Mühlenteiche.
Aufgrund der besonderen Artenvorkommen sind sie heute geschützt und von
jeder Nutzung ausgenommen.
- Neben Bereichen mit größerer Wassertiefe
existieren an diesen Teichen Flachwasserzonen mit Laichkräutern, an die
sich moorige Verlandungszonen anschließen. Hier wachsen die bunten
Torfmoose, Wollgräser mit ihren weiß behaarten Fruchtköpfchen und der
„fleischfressende“ Sonnentau. Diese Pflanzen sind für das Leben in dem
nährstoffarmen Moor, das zudem noch einen niedrigen ph-Wert aufweist,
perfekt ausgestattet. Der Sonnentau beschafft sich zum Beispiel durch die
Verdauung tierischer Proteine das, was ihm der Boden nicht bieten kann. An
seinen klebrigen Drüsenhaaren bleiben die Insekten hängen, was ihn zu
einer „fleischfressenden“ Pflanze macht.
- Bei ungestörter Entwicklung dehnen sich die
Verlandungsbereiche der Teiche immer weiter aus, bis schließlich – in
vielen Jahrzehnten – das Gewässer ganz von Moor- und Bruchwald bewachsen
ist. Abgestorbene Pflanzenteile werden in
der Sauerstoffarmut des Moores nicht zersetzt und bilden langsam, aber ständig
wachsende Torfschichten.
- Ein sehr beliebter Bewohner der
Braunwasserteiche ist eine „Blaugrüne Mosaikjungfer“ genannte Libelle.
Die Weibchen legen ihre Eier auf Treibholz oder in Sand am Ufer ab. Die
Larven, die im Folgejahr schlüpfen, leben zwei bis drei Jahre im Wasser bis
sie ans Land kommen und sich ein letztes Mal häuten. Dann fliegen sie einen
Sommer lang, um sich zu paaren. Die Flugkünste dieser für den Menschen völlig
ungefährlichen Tiere kann man sehr gut am Gewässerrand beobachten.
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- Bäume brauchen Pilze
- „Ein Wald mit Pilzen ist ein gesunder Wald“,
erklärt Germann. „Pilze brauchen Bäume und die Bäume brauchen
Pilze. Ihr Vorhandensein, beziehungsweise ihr Fehlen ist für den Förster
ein kontinuierlicher Waldzustandsbericht“, erläutert er.
- Ein
Teil der Pilze lebt mit Bäumen in einer Lebensgemeinschaft (Symbiose), von
der beide profitieren. Der Pilz erhält vom Baum Stärke und Zuckerlösungen
und der Pilz erschließt dem Baum zusätzliche Wasserreserven mit darin gelösten
Mineralstoffen. Verbindungsstellen zwischen Baum und Pilz sind die
Feinwurzeln, die von Pilzfäden umsponnen sind. Man nennt das
Wurzelverpilzung (Mykorrhiza). Manche Pilzarten gehen mit mehreren Baumarten
eine Symbiose ein, andere dagegen nur mit wenigen. Das erklärt, warum man
in unterschiedlichen Wäldern unterschiedliche Pilze findet.
- Dann
gibt es Pilze, die leben von „Abfallstoffen“ der Bäume. Dazu gehören
das abgeworfene Laub, abgestorbene Zweige und Äste und gefallene Stämme.
Als Gegenleistung säubern diese Pilze den Wald. Totes Material wird aufgelöst,
mineralisiert und folglich beseitigt. Sämlinge und junge Bäume erhalten
auf diese Weise Nahrungsreserven, Raum und Licht zum Aufwachsen. Man nennt
diese Pilze „Folgezersetzer“ (Saprobionten). Ohne sie würden die Wälder
im Laufe der Zeit an ihren eigenen Überresten ersticken.
- „Wenn
lebende Bäume von Pilzen, sogenannten Parasiten, befallen werden, ist
dieser Baum bereits geschädigt, auch wenn dies mit dem bloßen Auge nicht
sichtbar ist“, erklärt Klaus Germann. Der Pflege- und Entwicklungsplan
nennt als Besonderheiten für das Moosbachtal den „Strahligen
Schillerporling“ und den „Erlenmilchling“.
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