Alte Wege und Pfade umschließen das Gebiet rings um Dahn.
Schon in germanischer Zeit dienten diese heute kaum mehr wahrnehmbaren und längst
in Vergessenheit geratenen Wege den verschiedenen Völkerstämmen.
Später wurden sie von Händlern und Jägern genutzt und
stellten in der Zeit der Christianisierung die Verbindung zwischen den einzelnen
Klöstern her. So kamen immer wieder Missionare durch das Dahner Felsenland,
Heilige wie St. Pirminius und St. Bonifatius wandelten durch die dichten Wälder
des frühen Mittelalters.
In alten Schriften wird die Wegverbindung zwischen Weißenburg
und Hornbach als „Callis Piminii“, das heißt Pirminiussteig, bezeichnet.
Dieser könnte identisch sein mit einem alten Weg, der sich vom Braunsberg
kommend am Großen und Kleinen Mückenkopf zum Hinterstel führt. Von dort geht
es am Totenköpfel vorbei zum Großen Eyberg, über das Hundel zum Kreuzeck und
von dort durch das östliche Schäkersloch nach Bruchweiler. Dieser Wegeverlauf
findet sich auch in der wohl ältesten Flurkarte von etwa 1845.
Wie aus der "Vita Pirmini", die etwas 70 Jahre
nach dem Tod des heiligen Pirminius verfasst wurde, hervorgeht, besuchte der
Heilige als er selbst schon Abt des Klosters Hornbach war, das Kloster zu Weißenburg, Er und seine Brüder waren in Weißenburg gern gesehene Gäste.
Ihr Weg führte sie vermutlich durch das südlich von
Pirmasens gelegene Waldgebiet auf die „Rennstraße“. Diese alte, vom Rhein
kommende Römerstraße schlängelt sich durch den Wasgau nach Zweibrücken, von
wo aus sie sich weiter nach Westen zieht.
Weggabelungen, wie die am Hinterstel oder am Schäkersloch-Sattel
stammen aus uralten Zeiten und waren weit mehr als einfache Kreuzungen. Sie
dienten als Treffpunkt für Zusammenkünfte, denn hier konnten sich die Menschen
aus allen Richtungen auf dem kürzesten Weg treffen.
Der Pirminiussteig bei Dahn, der, wie man vermutet, dem
alten Wegeverlauf entspricht, umfasst eine Strecke von rund 15 Kilometern und
ist nur geübten Wanderern zu empfehlen. Der Weg führt durch den dichten Wald,
großartige Landschaftspanoramen, wie man sie von anderen Wanderwegen des Dahner
Felsenlandes gewohnt ist, bietet er nicht. Doch auf den Spuren des heiligen
Pirminius gleicht die Wanderung einer kleinen Pilgerreise ins eigene Ich.
Am Besten startet man bereits in den frühen Morgenstunden,
noch ehe das Leben in der Stadt erwacht, am Denkmal in der Ortsmitte. Über den
Nonnensteg erreicht man den Fahrradweg und läuft vor bis zur Äußermühle. Von
dort führt der Weg hoch zu den Sängerfelsen, am Wasserbehälter vorbei. Hier
orientiert man sich an der Markierung ‚gelbes Rechteck’ zur Moosbach und zum
Sack. Von dort geht es etwa 50 Meter talabwärts in Richtung deskleinen Dorfes
Salzwoog. Von hier folgt man der Markierung ‚grün-gelb’ in Richtung Mückenkopf
und wechseln dann auf die Markierung ‚grün-blau’, die den Wanderer zum Mückenplätzel bringt.
Dort beginnt
der Abstieg zur Schutzhütte am Hinterstel. Von dort führt ein breiter Fahrweg
zur Schutzhütte am Hundel. Von dort gehen wir auf dem mittleren breiten Fahrweg
in Richtung Dretschberger Kopf. Wir erreichen einen offenen, alten Wasserbehälter
aus dem 2. Weltkrieg. Von hier führt ein schmaler Waldweg in Richtung
Bruchweiler-Bärenbach. Nach 500 Metern erreichen wir eine Wildfutterstelle, die
nach einem Original der kleinen Gemeinde Bruchweiler ‚Singer Bruno’ benannt
ist. Rechter Hand befindet sich die Ruine Kreuzeck. |