
Planeten unseres Sonnensystems ins
Felsenland gebeamt |
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Team des Gymnasiums platziert
Modelle maßstabsgerecht am Radweg Hinterweidenthal-Bruchweiler - Sonne
aus Sandstein, Rest aus Bronze |
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Am Samstag, 5. Mai, wurde der von Schülern des Otfried-von-Weißenburg-Gymnasiums konzipierte Planetenweg entlang dem Radweg von Hinterweidenthal nach Bruchweiler eröffnet. Damit hat die Arbeitsgemeinschaft „Planetenweg Dahner Felsenland“, die sich im März des vergangenen Jahres unter Leitung des Mathematik- und Physiklehrers Hennes Flörchinger zusammengefunden hatte, in einem Jahr eine Idee von der Konzeption bis zur Realisation umgesetzt. Eine Leistung, deren zeitlicher Rahmen selbst Profis staunen lässt. Der AG schlossen sich die Schüler Daniel Glaser,
Tobias Keller, Dominik Ralser, Heiko Sahm, Jens Theobald, Sven
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Der winzige Merkur befindet
sich maßstabsgetreu 81 Meter von der Sonne entfernt. |
Nur 1,7 Zentimeter groß, die
Venus 152 Meter entfernt. |
Biegt man von der B427 in
Richtung Neudahner Weiher ein, trifft man hinter dem
Bahnübergang an der Kreuzung auf den Saturn mit seinem
imposanten Ring. |
Unvorstellbares vorstellbar Die neugegründete AG setzte sich das Ziel, auf einfache, anschauliche und informative Art und Weise das eigentlich Unvorstellbare vorstellbar zu machen. „Die Idee für den Bau eines Planetenweges zu haben ist eine Sache, ein solches Projekt durchzuführen eine andere. Ich wusste, dass ohne die Unterstützung von kommunaler und regionaler Seite ein solches Projekt zum Scheitern verurteilt sein würde“, sagt Flörchinger. Doch auf dem Weg zur Realisierung der Idee kam dem Pädagogen immer wieder auch der Zufall zu Hilfe. Während der Abschlussfeier der Abiturienten 2005 ergab sich für ihn die Möglichkeit zum Gespräch mit Landrat Hans Jörg Duppré, der an diesem Tag als Vater anwesend war. Duppré sicherte seine Unterstützung zu. Flörchinger begann bereits wenige Tage später die Werbetrommel für eine Arbeitsgemeinschaft „Planetenweg Dahner Felsenland“ zu rühren. Die jungen Leute waren von der Idee, im Wieslautertal eine maßstabsgerechte Darstellung des Sonnensystems zu installieren, begeistert. Anfänglich ging man von einem Maßstab von 1:500 Millionen aus, dabei sollte der Weg sollte nach Vorstellung der jungen Experten in Dahn mit der Sonne beginnen und in Hinterweidenthal mit dem Pluto enden. Nach genaueren Berechnungen musste diese Idee
verworfen werden. „Weil wir
die Planeten nicht zu klein darstellen und auf eine maßstabsgetreue
Darstellung nicht verzichten wollten, entschieden wir uns den Weg zu ändern“,
so die Jugendlichen. Sie versetzten den Standort der Sonne nach Hinterweidenthal und bestimmten den Verlauf des Weges im Rahmen einer Projektwoche. In dieser radelten sie
den Weg, ausgestattet mit GPS und Karte, immer wieder ab, bis für alle
anderen Planeten ein Plätzchen gefunden war. „Das hierbei ein Maßstab von 1: 700 000 000 (Siebenhundertmillionen)
herauskam, hat mit den besonders markanten Stellen des Fahrradweges Hinterweidenthal
- Dahn - Bruchweiler-Bärenbach zu tun“, so Flörchinger.
Nachdem nun Verlauf und Maßstab des Weges klar waren, mit dem Katasteramt geklärt werden konnte, dass alle Standorte auf öffentlichem Gelände liegen, mussten die jungen Leute die Verantwortlichen der Kommunen von ihrem Projekt überzeugen. Dazu wurde eine Präsentation erstellt, in der die Gruppe ihre Vorstellungen von dem, was da in Sandstein und Bronze entstehen sollte, mit Hilfe von Fotomontagen und Bildern des bereits existierenden Planetenweges von Divonne veranschaulichte. Die Anfertigung und Einarbeitung der Fotomontagen in die Präsentation war keine schwierige, aber eine sehr langwierige Angelegenheit für die Schüler. Doch das sehr professionelle Endergebnis kann sich sehen lassen. Flörchinger regte an, die Buchstaben für die Planetentafeln mit einem Plotter auszuschneiden. Diese Maschine schneidet mit Hilfe eines Computerprogramms Zahlen und Figuren aus Styropor, von denen ein Wachsabdruck als Vorlage für die Bronzegießerei gefertigt wird. Die Schüler verdeutlichten anhand der
Wachsmuster, mit deren Hilfe die Bronzegießerei die Symbole der einzelnen
Planeten gießen kann, wie sie sich die zehn Stationen des Planetenweges
vorstellen. Die Planeten werden als Bronzemodelle auf einem Sandsteinfelsen,
der mit dem entsprechenden Schriftzug verziert ist, fixiert. Nachdem die
Modelle für die Messingsymbole fertiggestellt waren, wurde das Projekt zunächst
den Eltern der Schule präsentiert. Am 8 Juni trafen sich dann
Projektleiter und Teilnehmer der Arbeitsgemeinschaft mit Landrat Hans Jörg
Duppré, Verbandsbürgermeister
Wolfgang Bambey, dem Dahner Stadtchef Manfred Schreiner, dem Bruchweiler Bürgermeister
Alfons Burkhart und der Hinterweidenthaler Bürgermeisterin Bärbel Schenk
und stellten in Anwesenheit von Schulleiter Thomas M. Neuberger ihre Idee
vor. „In der Südwestpfalz fehlt ein Planetenweg,
der eine weitere Attraktion auch für Touristen darstellen würde“,
argumentierten die Jugendlichen und führten als weitere Vorteile die Verschönerung
des Radweges und die Möglichkeit der Bildung vor Ort an.
Die Gäste zeigten sich begeistert, waren
einhellig der Meinung, dass solch ein Planetenweg eine absolute Bereicherung
des Dahner Felsenlandes darstelle und gaben, vorbehaltlich
der Zustimmung der Gemeinderäte, ihre Zustimmung.
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Mit zwei Gabelstablern musste
die rund acht Tonnen schwere Sonne transportiert werden. |
Am alten Bahnhof Reichenbach
wurde sie auf einen Schwerkraftwagen der Eisenbahnfreunde
verladen. |
Die Eisenbahnfreunde unter
Leitung von Fritz Gabriel brachten die Sonne zu ihrem
endgültigen Standort nach Hinterweidenthal |
Pluto fliegt aus der ersten Liga Bevor die Schüler jedoch mit der Anfertigung der ersten Modelle beginnen konnten, flog Pluto aus der ersten Liga der Planeten raus. Die Generalversammlung der Internationalen Astronomischen Union erklärte ihn zu einem zweitklassiger Zwergplaneten. Damit war es auch vorbei mit der kleinen, aber feinen Eselsbrücke ungezählter Schülergenerationen „Mein Vater erklärte mir jeden Sonntag unsere neun Planeten“. Es war so einfach, sich die Reihenfolge der Planeten zu merken, die da sind: Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun und - nein leider nicht mehr - Pluto. Auf dem
Planetenweg im Dahner Felsenland hält man dem Sternchen allerdings die
Treue. „Nein, der Pluto bleibt drin, wird aber in der Infotafel als
Kleinstplanet benannt“, erklärt Flörchinger. Anfang März fertigten die Schüler mit Hilfe
der anfangs entstandenen Wachsmodelle und unter Anleitung des Bronzegießers
Peter Glasbrenner aus Schwäbisch Hall die ersten Planeten aus Bronze.Im
Gegensatz zu den restlichen Planeten konnte die Sonne, die bei dem
vorgegebenen Maßstab einen Durchmesser von 195,12 Zentimeter hat, nicht aus
Bronze gegossen werden. Die Schüler entwickelten zwei Möglichkeiten:
entweder das Sonnenmodell von einem Steinmetz aus massivem Sandstein
herstellen zu lassen, preiswerter und natürlich auch leichter zu
transportieren wäre eine mit 5 Zentimeter Beton umhüllte
Styroporkugel. Doch einig waren sich alle, dass eine Sandsteinkugel optisch
die beste Lösung sei. |
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Infotafeln
in drei Sprachen
„So gelangten in sehr kurzer Zeit Steine vom Römerfelsen in die Nähe der Wieslauter. Die Natur hätte dazu wohl um einiges länger gebraucht“, sagt Flörchinger. Natürlich dürfen an den inzwischen installierten Bronze-Modellen und an der Sonne Informationstafeln nicht fehlen.Die Schüler wälzten Fachliteratur, stöberten im Internet und erstellten für jeden der Himmelskörper eine ansprechende, gut verständliche Informationstafel, mit Texten in deutsch, englisch und französisch. „Hier geht ein großes Dankeschön an den Fachbereich Französisch, insbesondere an Elisabeth Reess und an den Fachbereich Deutsch, vertreten durch Jutta Wolf-Nitsche, für das Korrekturlesen“, sagt Flörchinger. Am 20. April transportierten die 11 Schüler der Arbeitsgemeinschaft das Modell der Sonne vom Betrieb des Steinmetzmeisters Matthias Burkhart auf der Reichenbach nach Hinterweidenthal. Eine Aktion, für die sich die Eisenbahnfreunde mit ihrem vereinseigenen Schwerkraftwagen unter Leitung von Fritz Gabriel gerne hatten einspannen lassen. |
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Der Mathematik- und
Physiklehrer Hennes Flörchinger zeichnet sich für die
Idee und Umsetzung vom "Planetenweg Dahner Felsenland"
verantwortlich. |
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In der
Reihenfolge der alten Eselsbrücke "Mein Vater erklärte mir jeden Sonntag unsere neun Planeten“ (Merkur,
Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun und Pluto).sind
die Modelle der Himmelskörper auch entlang
dem Planetenweg „Dahner Felsenland“ zu finden. Der Weg beginnt kurz nach
Ortausgang Hinterweidenthal mit der Sonne (Durchmesser 195,12 Zentimeter).
Folgt man dann dem Radweg in Richtung Dahn steht nach rund 80 Metern der
Merkur stehen. Nach 70 Metern kommt mit einem Durchmesser von 1,7 Zentimeter
die Venus, nach weiteren 60 Metern erscheint die Erde, die einen Durchmesser
von 1,79 Zentimetern hat. Zwischen Erde und dem 0,95 Zentimeter großen Mars
liegen 110 Meter. Dann muss man eine Strecke von rund 770 Metern zurücklegen,
dort steht an der Kreuzung Richtung Salzwoog der Jupiter. Saturn folgt nach
knapp 1000 Metern und steht an der Kreuzung Dahner Weiher. Fast 2000 Meter
liegen dann zwischen dem Saturn und dem 0,81 Zentimeter großen Uranus. Der
ist vier mal so groß wie die Erde und trägt den Namen eines alten
griechischen Gottes, der lange vor Zeus die Götterschar regiert haben soll.
Entdeckt wurde er allerdings erst 1690, bis dahin hielt man ihn für einen
Stern und nicht für einen Planeten.
2300 Meter weiter in Richtung Bruchweiler, Höhe Reichenbach, steht der Neptun, der mit fast sieben Zentimetern wieder eine etwas anschaulichere Größe hat. Pluto, mit dem der Planetenweg in Bruchweiler enden soll, ist der kleinste der Gestirne, sein Modell ist mit 0,32 Zentimetern kaum zu sehen. |
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Mehr vom "Planetenweg
Dahner Felsenland" gibt es hier. |
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