Festschrift zur Einweihung 1958
 
Seiner Exzellenz
Dr. Isidor Markus Emanuel
Bischof von Speyer
In Dankbarkeit gewidmet
 
ahn, der Luftkurort, im Herzen des Pfälzer Wasgaus, mit seinen Bergen und Burgen, Felsen und Wäldern, war, wie kaum ein Fleckchen der Pfalz, geeignet, einen Herzenswunsch vieler kath. Eltern aus der Pfalz und dem Saarland in Erfüllung gehen zu lassen. Mit dem Bau des Sudienheimes St. Pirmin hat die Diözese Speyer eine moderne und einzigartige Ausbildungs- und Erziehungsstätte mit freier Berufswahl geschaffen. Was Generationen für die studierende Jugend – Theologen- und Akademikernachwuchs – ersehnten, konnte der jetzige Bischof von Speyer, Dr. Isidor M. Emanuel, in wenigen Jahren durch den Bau des Priesterseminars St. German, durch die großzügige Erweiterung und Ausgestaltung des Bischöfl. Konviktes in Speyer und nicht zuletzt durch den Neubau unseres Studienheimes verwirklichen.
Der Bischof von Speyer
mit H.H. Domkapitular Dr. Wendel, 
der sich große Verdienste um den
 Bau des Studienheimes erworben hat. 
Im Hintergrund: H.H. Dir. Nether
 und H.H. bischöfl. Sekretär Karch
Die Kapelle des Studienheims mit einem künstlerisch gestalteten Fenster in Glas-Beton von Herrn Quinte, Reutlingen und einem Kreuzweg von Prof. Sutor, Karlsruhe
Haupttreppenaufgang
 
Am Fuße des Hochsteins und der Dahner Schlösser schmiegt sich das insgesamt130 Meter lange Gebäude an den hang an. Die Linienführung der Architektur und das vielfach verwendete rote Sandsteinmauerwerk fügen das Haus ausgezeichnet in die Landschaft ein. Die ganze Anlage zeigt fast die Form eines Kreuzes mit vier verschieden großen Trakten: Internatsbau, Wirtschaftsbau, Kapelle und Aula, die alle zu einer Mitte hinstreben. Architekten (Dipl.-Ing. Hirsch& Bohne, Karlsruhe) und Pädagogen haben hier nach einer Form gerungen, die Altbewährtes mit Neuzeitlichem verbindet, Ästhetik und Zweckmäßigkeit vereint. Das Resultat ist – man kann es ohne Überheblichkeit sagen – ein ideales Heim für Jungen.
 
 
Das Wahrzeichen Dahns.
Der Jungfernsprung
 
 
Für 180 Jungen bietet das Heim Platz in drei Abteilungen. Unterstufe (Sexta, Quinta, Quarta) Mittelstufe (Untertertia, Obertertia, Untersekunda) und Oberstufe (Obersekunda, Unterprima, Oberprima) sind je in einem ganzen Stockwerk untergebracht. Studier-, Schlaf- und Waschräume liegen nahe beisammen. Zehn Buben bilden in der Unterstufe immer eine Gruppengemeinschaft beim Studium, im Schlaf- und Waschraum und im Speisesaal. Den individuellen Wünschen der Oberstufe entsprechend sind deren Schlaf- und Studierräume nur für drei Buben eingerichtet. Diese großzügige Aufteilung gewährleistet eine wohltuende Aufgliederung der Gemeinschaft, hemmt eine Vermassung und schafft familienhafte Atmosphäre.
 
Studierraum für Unter- und Mittelstufe
 
Beim Studium
Beim Studium
Ausgleichsbeschäftigung bei der Anlage des Sportgeländes
Bei Sport und Spiel
 

Die Erzieher des Studienheimes wissen um die hohe Verantwortung, die sie den Eltern und der Persönlichkeit der Jungen gegenüber tragen. Um den Jungen eine harmonische Entwicklung zu ermöglichen, sorgt die geistliche Leitung des Hauses für charakterlich-religiöse Erziehung und Betreuung in Studium und Freizeit.

Als notwendige Mittel zur Erreichung des gesetzten Zieles werden erachtet: Pflege echter Religiosität, Anleitung zu selbstständiger und gewissenhafter Arbeit, Selbsterziehung und Willensschulung, Pflege frohen Gemeinschaftsgeistes, Erziehung zur Natürlichkeit durch Sport, Spiel und Werkarbeit. Das Heim besitzt sechs helle und moderne Freizeit- und Leseräume, wo sich jeder Junge entweder still für sich oder aber in Geselligkeit, in Spiel, Musik und Gespräch entspannen und erholen kann.

Die mit dem Haus verbundene Aula lädt mit ihren 250 Plätzen ein zum Beisammensein der ganzen Heimfamilie. Eine eingebaute Bühne ermöglicht jederzeit Chordarbietungen und auch die Pflege des Laienspiels.

Zwei große Bastelräume mit Werkbänken, den notwendigen Werkzeugen und Kleinmaschinen ausgestattet, werden vor allem die technisch veranlagten Jungen anlocken. – Nahe am Heim, unmittelbar am Waldrand, ist ein ideales Sportgelände mit 3 Plätzen terrassenförmig übereinander angelegt worden, das den Jungen bei schönem Wetter zur Verfügung steht.

 
 
 

Um das leibliche Wohl unserer Jungen sind Dominikanerinnen vom Kloster St. Magdalena in Speyer besorgt. In Küche und Haus, Pforte und Verwaltung, in der Wäscherei und Krankenabteilung leisten sie dem Studienheim wertvolle Dienste.

Unter ihrer Leitung und mit ihnen zusammen arbeiten unsere Mädchen. Sie wohnen und schlafen in lichten, geschmackvoll eingerichteten Räumen, haben vorzügliche Gelegenheit, sich in der gesamten Hauswirtschaft und besonders in unserer modernen Küche gute Kenntnisse zu erwerben.

 
Der Speisesaal mit Holzdecke und Vorhängen strahlt trotz seiner Zweckmäßigkeit Wärme aus.
Hier ist Platz für die Gemütlichkeit  
Einer von sechs Speisesälen
Schlafraum für eine Gruppe der Unterstufe
Modern und praktisch:
Die Küche des Heimes
 

Die Jungen besuchen das vom Heim etwa fünf Minuten entfernte Otfried-Gymnasium Dahn. Den Eltern wird es freigestellt, ob sie ihre Söhne in den altsprachlichen oder naturwissenschaftlichen Zweig des Gymnasiums schicken wollen. Die altsprachliche Abteilung umfasst neun Klassen und führt somit zur Reifeprüfung. Der naturwissenschaftliche Zweig umfasst sechs Klassen und schließt mit der Obersekundareife ab. Der Übergang an eine naturwissenschaftliche Vollanstalt ist ohne weiteres möglich. Das Studienheim empfiehlt den Eltern für ihre Jungen den altsprachlichen teil zu wählen, da diese nur in diesem Fall mit der Reifeprüfung in Dahn abschließen können.

Das Schulgebäude vom gleichen Architekten (Dipl.-Ing. Hirsch) wie das Studienheim 1954/56 nach neuzeitlichen Gesichtspunkten errichtet, zählt zu den schönsten und modernsten unseres Landes. Im Erdgeschoss der großen Turnhalle befinden sich Duschräume und ein Lehrschwimmbecken.

 
 
 
 
Oben links: Der Architekt des Studienheimes und des Gymnasiums: 
Dipl.-Ing. Wolfgang Hirsch, Neustadt-Karlsruhe
Oben rechts: Ein Präfekt (Herr Völter) bei seiner Abteilung beim Studium
Unten links: Schwestern vom Kloster St. Magdalena in Speyer betreuen das Heim
Unten rechts: Mädchen finden im Studienheim eine gute Ausbildungsstätte für die gesamte Hauswirtschaft
 
 
 
Otfried-von-Weißenburg-Schule
Altsprachliches Gymnasium und naturwissenschaftliches Progymnasium
Neuerbaut 1954/56 durch die Gemeinde Dahn
 
Das Studienheim ist dem Schutze des großen Bischofs und Glaubensboten unserer Pfälzer Heimat, St. Pirminius anvertraut. Mit Stolz trägt es seinen Namen. Möge unter seinem Schutze unser Haus friedvollen Zeiten entgegengehen; möge die Erziehungsarbeit in seinem Geiste für Kirche und Volk wertvolle Früchte tragen. 
 
 
Barocke Statue des hl. Pirminius aus dem 18. Jahrhundert in der Eingangshalle des Studienheimes
Geschenk der Pfarrei Dahn - Renoviert von Kirchenmaler Schultz-Herxheim
 

 

Lichtbilder: Foto-Mauch, Neustadt (Weinstraße); H.H. Präfekt Slach Klischees: W.Gräber GmbH, graphische Kunstanstalt, Neustadt (Weinstraße) Druck: Buchdruckerei Komet (Pirmasens)
 
 
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