st-michaelskapelle
 
(Pfarrkirche St. Laurentius) (Das Alte E-Werk) (Bischöflich-speyrische Kellerei) (Das Forstamt) (Die alte Dorfmühle) (Das Pater-Ingbert-Naab-Haus) (St.Michaelskapelle)  

Die St.Michaelskapelle

Die gotischen Stilelemente des schlichten Saalbaus der St. Michaelskapelle machen deutlich, dass das Kapellchen bereits im 15. Jahrhundert, wenn nicht sogar früher, errichtet wurde. Man vermutet sogar, dass der heilige Bonifatius (675 - 754) die erste Kapelle auf dem Schützenberg baute. Bonifatius war ein guter Freund des hier wirkenden heiligen Pirminius. Papst Benedikt der Vierzehnte gewährte in einem Papsterlass im Jahre 1742 allen Besuchern der Kapelle einen vollkommenen Ablass - das machte das Kapellchen berühmt und sehr wichtig. 
st-michaelskapelle

Doch 1794 war sie derart beschädigt, dass kein Gottesdienst mehr abgehalten werden konnte. Die Französische Republik schloss das Kirchlein, das bis zum Ausbruch der Revolution eine eigene Verwaltung hatte, per Dekret. Mit einer Zahlung von 50 Franken an die französische Staatskasse erkauften sich die Dahner 1806 die Erlaubnis zur Wiedereröffnung.  

Doch 1794 war sie derart beschädigt, dass kein Gottesdienst mehr abgehalten werden konnte. Die Französische Republik schloss das Kirchlein, das bis zum Ausbruch der Revolution eine eigene Verwaltung hatte, per Dekret. Mit einer Zahlung von 50 Franken an die französische Staatskasse erkauften sich die Dahner 1806 die Erlaubnis zur Wiedereröffnung. 

Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Kirchlein mehrmals umgestaltet.1853 wurde es völlig unsachgemäß renoviert und

erhielt dabei seine heutige Form. Im Jahr 1854 führte Pfarrer Schieffer die Feier des Michaelsfestes ein. Doch bereits lange Zeit zuvor war die kleine Kapelle ein Wallfahrtsort an dem die Menschen den Erzengel, der als Beschützer der Deutschen gilt, ehrten. 
Eine weitere Sanierungsmaßnahme erfolgte 1901, damals wurde das Dach umgedeckt und das kleinste Glöcklein aus der St. Wolfgangskirche in Erfweiler im Turm aufgehängt. 
Die letzte große Sanierungsmaßnahme erfolgte mit der Anlegung des Ehrenfriedhofes 1952. Im Rahmen dieser Sanierungsarbeiten wurde an der Südseite ein gotisches Fenster freigelegt, dass einigen Aufschluss über die Entstehungsgeschichte geben kann. 
Das während des Krieges völlig verwahrloste Kirchlein wurde vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge völlig neu hergerichtet, um oberhalb des neuen Ehrenfriedhofes ebenfalls als Gedenkstätte zu dienen.
Dabei legte man den ursprünglichen Plattenboden aus Rotsandstein frei. An der Südostecke wurde ein sehr altes, leeres Steinplattengrab gefunden. Geschaffen vermutlich für einen der Herren von Tann. Erwähnenswert sind auch die gefundenen Bruchstücke von spätromanischen Werksteinen. 
 
st-michaelskapelle
st-michaelskapelle
st-michaelskapelle-dahn
st-michael-dahn
 

Innen in der Südseite ein Steintisch zur Aufnahme der Kassette mit dem handgeschriebenen Ehrenbuch angebracht. In die Fensteröffnung oberhalb des Steintisches setzte man ein Glasbild mit dem heiligen Michael, dem Schutzpatron der Gefallenen und Krieger, ein. Es wurde nach einem Entwurf von Professor Daniel Thulesius in der Werkstatt van Treek in München gefertigt.

Die zweiflügelige Gedenktafel an der Nordseite trägt die Namen der über 250 gefallenen Dahner, das sind zehn Prozent der Einwohnerschaft von 1939, dem Jahr in dem der Krieg begann. 

Die obere Altarplatte stammt noch aus alter Zeit. Die Stirnseite erhielt eine neue Sandsteinplatte mit dem Christuszeichen. Erneuert wurde die zweiflügelige Eingangstür mit dem handgeschmiedeten Schloss. Man errichtete ein Vordach, das optisch den würfelförmigen Bau des Kirchleins mit der Ebene des Vorplatzes verbindet. Die vergoldete Kugel auf dem Kapellenturm enthält eine Urkunde über den Friedhofsbau, eine zweite Urkunde befindet sich unter der Abdeckplatte der Nordweststrecke der oberen Stützmauer. Erneuert wurde auch die Deckenuntersicht in Lärchenholz und die zweiflügelige Eingangstür mit dem handgeschmiedeten Schloss. 

 
Angehörige der Steffel-Division, die gegenüber dem Kapelleneingang  einen Gedenkstein für ihre Gefallenen und ihre ehemaligen Gegner errichtet haben, brachten zu einer Gedenkfeier ein Stück vom Stephans-Dom mit, welcher der Division den Namen gegeben hat. Er wurde in der Kapelle, zur Erinnerung und Mahnung, sichtbar eingemauert wurde. steffel-division Der Außenaltar an der Ostwand  mit dem Relief des heiligen Michael ist eine Arbeit des Dahner Künstlers Richard Lenhard und entstand bereits in den ersten Nachkriegsjahren. In früheren Zeiten befand sich hier eine an die Kapelle angebaute Wohnung, die einen Eremiten beherbergte. Die Einsiedler bewachten die Kapelle und ministrierten dem dort weilenden Messe lesenden Geistlichen, der den fleißig zur Kapelle des heiligen Michael wallenden Pilgern des Lautertales vorbetete. Die nach der Nordostseite abfallende Wiesenmulde heißt heute noch „Bruderwiese“ und die unten stehts fließende Quelle „Bruderbrunnen“.  st-michael
kirchenbuch-1730

 

"Im Sterbebuch der Kirchengemeinde aus dem Jahr 1730 befindet sich ein in lateinischer Sprache erfolgter Eintrag:

"Im Jahre 1730 am 16. Januar entschlief sanft im Herrn, 

nachdem er zuvor alle Sakramente empfangen, 

der Bruder Peter Müller, ein Einsiedler,

 der auf dem sogenannten Schützenberg 

bei der Kapelle des heiligen Erzengels Michael wohnte."

In der ältesten, noch erhaltenen Kirchenrechnung, wird 1736 ein Max Dauenhauer als Kirchenpfleger erwähnt. 1743 findet man den Klausner Adam Gygner tot in seinem Garten. In der gleichen Schrift, in der dies festgehalten ist, bittet ein Mann namens Kölsch, die Eremitage bewohnen zu dürfen In der Kirchenrechnung von 1775 sind drei Gulden aufgeführt: "Seiend von einem sehr armen Mann auf dem Michelsberg sich aufhaltend zu Steuer für eine neue Montur bezahlt worden." Der nachweislich letzte Kapellenpfleger wurde 1817 mit dem aus Ramberg stammenden Jacob Hasselwander angestellt. Begründung: "Da der vorige Laienbruder, welcher so lange Zeit bei der Kapelle wohnte, nicht mehr zum Vorschein kommt und wahrscheinlich mit dem Tod abgegangen ist."
Im Turm des Kapellchens hängt heute eine Messingglocke, die bei festlichen Anlässen mit dem Zugseil geläutet wird. Im Krieg hing sie im Turm der katholischen Kirche, da alle anderen Glocken zur Herstellung von Munition abtransportiert und eingeschmolzen worden waren. Das großzügige Rasenplateau bietet Platz für  Gottesdienste im Freien. Als sich in den siebziger Jahren die Einbrüche in das Kapellchen häuften, wurden sämtliche Fenster mit Stahlgittern gesichert. Die Kapelle ist heute verschlossen und wird nur noch bei Gedenkfeiern und Gottesdiensten geöffnet.

In jedem Jahr ist am Volkstrauertag zu einer Lichterprozession für den Frieden eingeladen. Sie beginnt an der Pfarrkirche in Dahn und führt zur St. Michaelskapelle. Dort findet dann ein Wortgottesdienst statt. Diese Lichterprozession hat seit der Errichtung des Dahner Ehrenfriedhofes im Jahr 1952 Tradition, die Jugendlichen schmücken für diese Gedenkfeier jedes der rund 2400 Gefallenen-Gräber mit einer Kerze.

dahnilo