Die Große Tanne von Dahn
 
Die wohl höchste Weißtanne, der Baum des Jahres 2004, höchste im Pfälzerwald steht mit 50 Metern im Forstamtsbezirk Dahn, wo sie Im Südwesten der Staatswaldabteilung Preußenpfad seit fast 210 Jahren auf einer kleinen Erhebung vor sich hinwächst. Neben ihr eine fast ebenso alte, aber weniger mächtige Weißtanne, die etwa 10 bis 15 Meter kleiner ist. Vom Wanderweg oberhalb des Tales sieht man die Kronen beider Bäume, die Pilzen gleich aus dem umliegenden, ebenfalls sehr hoch gewachsenen Laubwald herausragen. 
Die ‚Große Tanne von Dahn’ hat einen Brusthöhendurchmesser von 1,17 Metern und damit ein Holzvolumen von über 27 Festmetern. Von der Forstlichen Versuchsanstalt Rheinland-Pfalz wurde sie als sogenannter Plusbaum im Rahmen des Projektes „Erhaltung forstlicher Gen-Ressourcen“ ausgewählt. „Sie ist gut bekront, voll benadelt und wirkt uneingeschränkt vital. Über ihre Geschichte ist nichts bekannt, außer dass seit vielen Jahrzehnten mehrere Förstergenerationen ihr besonderes Augenmerk auf die Pflege und Unversehrtheit dieses beeindruckenden Baumes richteten“, so der Leiter des Forstamtes Dahn, Hubertus Bark
 
weisstanne
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Die Tanne - neben Forstamtsleiter Hubertus Bark
 
 
Nach neusten wissenschaftlichen Pollenuntersuchungen habe man inzwischen herausgefunden, dass die Tanne schon seit Jahrtausenden im Pfälzerwald beheimatet sei. Nicht so flächendeckend zwar wie im Schwarzwald, aber dennoch sei sie immer wieder im Pfälzerwald, der damals noch überwiegend aus Buchen und Eichen bestand, gewachsen. 
„Die Weißtanne weist eine außerordentlich ausgeprägte Schattentoleranz auf, darum ist sie für ungleichaltrige Waldaufbauformen besonders gut geeignet. Durch ein kräftig entwickeltes Wurzelwerk ist sie relativ sturmsicher und im Allgemeinen wesentlich schneefester als die Fichte“, so Bark. Empfindlich reagiert die Tanne jedoch auf starke Winterfröste und besonders auf Spätfröste. Die Nährstoffansprüche, die sie an den Boden stellt, sind mäßig, ihre Ansprüche an die Wasserversorgung dagegen hoch.
„Das Holz der Weißtanne dient ähnlichen Verwendungszwecken wie das Fichtenholz, ist aber nicht ganz so begehrt wie dieses“, erklärt Bark. Die Tanne zu ernten, daran denkt im Forstamt Dahn allerdings niemand.
„Wegen ihrer vielfältigen ökologischen und waldbaulichen Vorzüge hat man sich in Mitteleuropa seit langem um eine Erhöhung des Weißtannen-Anteils bemüht. Außerhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebietes waren Anbauversuche im allgemeinen aber wenig erfolgreich“, weiß Bark. In seinem Forstamtsbezirk hat die Weißtanne im Staats- und Körperschaftswald einen Flächenanteil von rund zwei Prozent., was einer absoluten Fläche von mehr als 90 Hektar entspricht. „Sie findet sich bestandsweise meist in Mischung mit anderen Baumarten, aber nicht selten auch trupp- bis horstweise eingesprengt in anderen Beständen“, so der Forstamtsleiter, der die Weißtanne auch künftig überall dort erhalten und verjüngen will, wo sie auf für sie entsprechend gut geeigneten Standorten derzeit schon wächst.
Am sichersten findet man den Standort der Großen Tanne, wenn man den rot-weiß markierten Wanderweg von Dahn nach Fischbach benutzt. Am „Dahner Hals“ verlässt man den markierten Weg und folgt dem im spitzen Winkel nach Nordosten in Richtung Dahn verlaufenden forstlichen Wirtschaftsweg, bis nach rund 500 Metern in spitzem Winkel ein wenig benutzter Weg von rechts einmündet. Auf diesem talwärts führenden Weg durchwandert man zunächst ein Buchenstangenholz und erreicht nach 550 Metern den Rand eines älteren Fichtenbestandes. Nach 200 Metern talwärts stößt man linker Hand auf die in dem Eichenbestand wachsende Große Tanne.
 
dahnilo